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Unternehmen

Das unbedingte Ziel des ORTHOSCOOT-Teams ist es, dem Menschen in höchster Perfektion zu dienen.
Wir werden stets unser Bestes geben, um Patienten und Partner mit Produkten zu versorgen, die durch Nutzen, Funktion und Design überzeugen.

Der Gründer Andreas Hertle

Mit seinem orthopädischen Roller schließt der Unternehmer Andreas Hertle eine Versorgungslücke in Deutschland

Er gehört zu denen, die es lieben, Dinge – und Menschen – in Gang zu bringen, Ideen zu Produkten und Produkte zu Marken zu machen. Wenn der Augsburger Marketing- und Vertriebsexperte Andreas Hertle (42) erst von etwas überzeugt ist, dann kniet er sich richtig rein. Wie in die Sache mit dem orthopädischen Roller. Die Idee zu einem Scooter, der Patienten schnell wieder auf die Beine bringt, überzeugte Hertle auf Anhieb. Bis dahin leidenschaftlicher Verkäufer von Luxusartikeln beschloss er, ein eigenes Unternehmen zu gründen, das wahren Luxus anbieten sollte: Gesundheit und Mobilität. Der Weg dahin gestaltete sich zum langen aber letztlich erfolgreichen Marsch.

Gute Ideen zünden oft, wenn Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammentreffen. „Im Rahmen eines Ideenworkshops kamen 2013 zwei erfahrene Orthopäden auf mich zu“, so Hertle. „Sie berichteten mir von einem nützlichen Hilfsmittel, das in den USA seit langem das Mittel der Wahl bei Fußverletzungen ist, das in Deutschland aber kaum jemand kennt.“ Der sogenannte Kneewalker hilft Patienten, die nach einer Verletzung oder einer Operation einen Fuß zeitweilig nicht belasten dürfen. Statt Rollstuhl oder Gehstützen zu nutzen, knien sie sich einfach mit dem Bein, das sie entlasten müssen, auf das Gerät und stoßen sich mit dem gesunden Bein ab, wie bei einem Tretroller.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Patient bleibt mobil und wirkt mit dem Rollern aktiv dem Muskelschwund entgegen, er verhindert eine gefährliche Belastung, vermeidet Haltungsschäden und Verspannungen. Speziell Sportlern bietet ein orthopädischer Roller nach Verletzungen eine gute Perspektive. Dazu kommt die wachsende Zahl von Singles und Senioren in unserer Gesellschaft, die auf sich alleine gestellt und bei Bedarf zwingend auf Hilfsmittel angewiesen sind, die sie mobil halten. Andreas Hertle ist selbst leidenschaftlicher Badminton-Spieler und hat schon viele Sportfreunde humpeln sehen. Außerdem weiß er, wie wichtig es etwa für Selbständige ist, auch nach einer Fußverletzung weiter ihrer Arbeit nachgehen zu können. „Der Roller stößt in Deutschland in eine echte Versorgungslücke“, sagt er. „Das Konzept des Geräts fand ich daher sofort überzeugend, jedoch überhaupt nicht die Qualität und Sicherheit der bestehenden Geräte. Ein Import aus den USA, Kanada oder China kam daher nicht infrage.“

Das sicherste Dreirad der Welt

Was also tun? Für einen Schwaben wie Hertle keine Frage: Was es nicht gibt, macht man sich selbst. Sein Plan war so einfach wie anspruchsvoll: Er wollte das sicherste Dreirad der Welt bauen, eines, das in Innenräumen ebenso verwendbar ist wie im Freien, das ästhetisch aussieht und mit dem sich die Nutzer wohlfühlen. Um sich Rat zu holen, zapfte er die unterschiedlichsten Quellen an. Er sprach mit Fahrrad-Entwicklern, Autobauern, Sportgeräte- und sogar Spielzeugherstellern, und gewann einige ihrer Mitarbeiter für sein Team. Auch private Investoren ließen sich rasch von Hertles Startup-Idee und seiner Marktanalyse begeistern.

Als Vermarkter von Luxusartikeln war Andreas Hertle von Anfang an klar, welche Bedeutung das richtige, sprich: funktionale und zugleich ansprechende Design für sein Hilfsmittel haben würde. „Wichtig waren unserem Team vor allem Qualität, Sicherheit und der medizinische Nutzen. Wir haben immer wieder über Dinge wie die ergonomisch geformte Knieschale und die Lenkstange nachgedacht oder über die Gehstützen-Halterung, die unser Gerät zusätzlich haben sollte.“ Ein Produktdesigner gestaltete die windschnittige Verkleidung, die das Endprodukt von allen vergleichbaren Geräten schon rein optisch abhebt. So entstand der Orthoscoot Modell NH1, der die Vorteile von Rollstuhl, Rollator und Tretroller miteinander kombiniert.

Orthoscoot, ein Selbstläufer?

Auch für die Vermarktung des Orthoscoot hat Andreas Hertle ein überzeugendes Konzept entwickelt. Ein so hochwertiges Gerät zu kaufen und es nach der Rekonvaleszenz nie wieder zu benutzen, ergibt für einzelne Patienten keinen Sinn – höchstens für Kliniken oder zum Beispiel für die medizinischen Abteilungen von Profi-Sportclubs. „Sinnvoller erscheint mir ein nachhaltiges Verleihsystem“, so Hertle. „Sanitätshäuser leihen den Orthoscoot, gemeinsam mit dem Patienten und wir übernehmen anschließend Reinigung und Wartung.“

Da wäre also alles zusammen: Eine gute Grundidee, ein sinnvolles Vermarktungskonzept und ein perfektes Produkt, das eine klaffende Versorgungslücke in Deutschland schließt. Besser gesagt: schließen könnte. Sowohl Ärzte als auch Patienten haben sich bisher nur positiv über den Orthoscoot geäußert. Eine Erhebung von 1300 befragten Patienten ergab eine durchweg positive Rückmeldung. „Die Vermarktung in den Ländermärkten, die das Hilfsmittel bereits eingeführt haben, wünschen sich nun das schwäbische Unternehmen als Lieferanten, denn Qualität und Sicherheit ist bisher weltweit fehlend. Anfragen gibt es daher bereits aus den USA, Australien, Japan und sogar die Emirate und Südafrika klopfen bei Orthoscoot an “, sagt Andreas Hertle.

Der Orthoscoot NH1 nützt schließlich nicht nur Patienten, Kliniken und Sportvereinen. Auch Sanitätsfachhändler können mit ihm neue Kunden gewinnen und Kompetenz beweisen. Wenn sich der Unternehmens-Gründer etwas wünschen könnte, dann dass in möglichst vielen Fachgeschäften ein Orthoscoot zum Demonstrieren sichtbar parat steht. Und wegen der verkürzten Rekonvaleszenzzeiten profitieren letztlich auch die Krankenkassen von ihm. Einige Kostenträger, Berufsgenossenschaften und private Krankenversicherer übernehmen daher heute schon die Kosten für den orthopädischen Roller. Andreas Hertle jedenfalls ist sicher: „Wir bringen auch die übrigen Kostenträger noch in Bewegung.“

ORTHOSCOOT NH1